Biografisches,  Female-Friday,  Gegenwartsliteratur

Oh Simone!

Hello again! Nach einer mittlerweile doch sehr langen Abwesenheit melde ich mich hiermit zurück und möchte damit gleichzeitig auch den Beginn einer neuen Reihe einleiten. „Female-Friday“ ist eine Idee, die ich schon länger plane, aber bisher noch nicht umgesetzt bekommen habe. Das heißt, ich möchte euch hier in regelmäßigen Abständen immer freitags Bücher von und/oder über interessante Frauen vorstellen. Über Anregungen eurerseits würde ich mich natürlich sehr freuen! 

Den Start macht ein Buch, dass sowohl von als auch über eine Frau ist. „Oh Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten“ von Julia Korbik ist durch die Empfehlung einer Freundin in meine Hände geraten. Sie war so lieb, es mir auszuleihen. Aber bereits zuvor habe ich immer wieder über Simone de Beauvoir gehört und wollte unbedingt mehr über sie wissen. Gerade im Kontext des aktuell neu entflammten Feminismus fällt ihr Name oft. 

Korbrik bietet mit ihrem Buch eine gute Grundlage um mehr über diese spannende Philosophin, Feministin und Schriftstellerin zu erfahren. In verschiedenen Kapiteln gibt sie einen Überblick über deren Biografie, aber geht dabei auch nochmals separat auf ihr literarisches Schaffen oder philosophisches Denken ein. Das hatte den Vorteil, dass ich einen Überblick über die verschiedenen Facetten der Beauvoir hatte. Aufgrund ihres vermutlich bekanntesten Werkes „Das andere Geschlecht“ werden diese gerne vergessen. So geht Korbik auch auf Beauvoirs äußerst emanzipiertes und revolutionäres Liebesleben ein. Diese war trotz einiger Anträge ihr ganzes Leben lang unverheiratet, erhielt darüber hinaus auch gerne Beziehungen zu verschiedenen Frauen. 

Innerhalb dieser Abschnitte erhält man außerdem in einer Art Info-Kasten Hintergrundinformationen. So stellt sie beispielsweise auch deren langjährigen Lebensgefährten Jean-Paul Satre, aber auch andere Freunde, Weggefährten oder philosophische Ansätze näher vor. Das hat an vielen Stellen meine Neugier geweckt, mich auch mit diesen Personen oder Themen noch einmal eingehender zu beschäftigen. 

Das hatte aber auch zur Folge, dass es möglicherweise ratsam ist, sich mit diesem Buch Zeit zu lassen. Ich fand es unheimlich informationsreich, dadurch aber auch recht intensiv. Korbik hat einen angenehmen Schreibstil, aber gerade für manche philosophischen Ansätze brachte ich manchmal etwas, um einen Überblick bei allem zu behalten. Das ist aber okay, denn wie bereits gesagt, möchte ich mich mit einigen Inhalten des Buches nochmals näher beschäftigen. 

Ihr Ziel hat die Autorin also erreicht. Mich hat sie tatsächlich überzeugt, dass ich Simone de Beauvoir für mich entdecken möchte/sollte.   

Julia Korbik: „Oh Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdeckten sollten“. Rowohlt Verlag. 320 S., 13 €

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